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Etwa 30 bis 40 Prozent aller Bundesbürger, die älter als 65 sind, nehmen täglich mindestens vier Arzneimittel ein. Ab 75 Jahren nimmt jeder Dritte sogar mehr als acht Arzneimittel ein, informiert die Deutsche Seniorenliga und erläutert in einer Broschüre, welche Risiken die Multimedikation insbesondere für ältere Patienten mit sich bringt. Der Ratgeber erklärt leicht verständlich, was Ärzte und Patienten gemeinsam tun können, damit die Therapie nicht nur wirksam, sondern auch sicherer wird. Körperliche Veränderungen und Verschleißerscheinungen gehören zum natürlichen Prozess des Alterns.

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Gemeinsam gegen einsam 

 

Deutschlands beste Initiativen gegen Einsamkeit im Alter ausgezeichnet

Einsamkeit ist ein vielschichtiges Phänomen mit unterschiedlichsten Ursachen. Vor allem ältere Menschen sind betroffen und brauchen Unterstützung. Bundesseniorenministerin Franziska Giffey eröffnete im März in Berlin den Fachkongress „Einsamkeit im Alter vorbeugen und aktive Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“. In ihrer Rede unterstrich Giffey die wachsende Bedeutung des Phänomens. „Wir wollen uns um die Menschen kümmern, die einsam sind oder von Einsamkeit bedroht sind. Jede und jeder Einzelne kann das im eigenen Lebensumfeld tun: in der Nachbarschaft und sogar in der eigenen Familie. Einsamkeit vorzubeugen, ist aber auch eine Aufgabe der Gesellschaft. Es ist nicht gut, wenn es dem Zufall überlassen bleibt, ob sich jemand kümmert. Wir brauchen gute Ideen und Angebote, die funktionieren und wirken“, sagte die Bundesseniorenministerin. Gemeinsam mit Franz Müntefering, dem Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso), zeichnete Giffey zum ersten Mal die besten Initiativen gegen Einsamkeit im Alter aus – das Motto des nationalen Wettbewerbs lautete „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“. Aus Bayern lag der Landkreis Haßberge (Unterfranken) in der Kategorie „Mehrgenerationenhaus“ auf Platz zwei. In dem Haus seien viele Unterstützungsangebote entstanden, die ein Miteinander der Generationen und den Dialog zwischen Jung und Alt ermöglichen, lobte die Jury. Den Wettbewerb führte das Bundesseniorenministerium gemeinsam mit der Bagso durch. „Schicksalsschläge wie Tod, Erkrankung, aber auch Armut steigern das Risiko sozialer Isolation und Vereinsamung bei älteren Menschen. Weil Einsamkeit viele Gesichter und viele Gründe hat, gibt es nicht eine Lösung, sondern viele. Wie vielfältig das Engagement, die Ideen und die Lösungswege sind, beweist unser Wettbewerb. Dass wir dieses Engagement sichtbar machen und würdigen, zeigt: Wir kümmern uns um die Kümmerer. Sie sind Impulsgeber und Vorbild für andere. Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft besser. Im Kleinen wie im Großen“, so Giffey. Alle Informationen zu den Preisträgern finden Interessierte unter www.bmfsfj.bund.de sowie www.bagso.de.

Wichtiger Überblick 

 

Multimedikation im Alter – die Gefahr von Nebenwirkungen sollte nicht unterschätzt werden

Das erklärt, warum mit zunehmendem Alter die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen steigt und ein Großteil der älteren Menschen regelmäßig Medikamente einnehmen muss – und zwar sehr häufig mehrere verschiedene Präparate. Der normale Alterungsprozess bringt allerdings auch mit sich, dass Medikamente anders wirken als bei jungen Menschen. So sind ältere Menschen in der Regel anfälliger für unerwünschte Nebenwirkungen. Nehmen sie außerdem viele verschiedene Medikamente ein, können die Wirkstoffe sich gegenseitig beeinflussen und unerwünschte Wechselwirkungen hervorrufen. Der Arzt muss daher bei der Verordnung eines neuen Medikaments überprüfen, welche Medikamente eingenommen werden, und Nutzen und Risiken der neuen Verordnung abwägen. Von großer Bedeutung ist dabei ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient. „Fragen zur richtigen Einnahme, Zweifel an der Wirkung eines Medikaments oder die Angst vor Nebenwirkungen sollten ganz offen angesprochen werden“, rät Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Wichtig ist: Der Hausarzt sollte alle Fäden in der Hand halten und einen Überblick über alle verwendeten Medikamente haben. „Denn der Hausarzt ist am ehesten in der Lage, die individuelle Einschätzung von Wechselwirkungen vorzunehmen, weil er das Alter, die Beschwerden und die Krankengeschichte seiner Patienten kennt“, so Hackler: „Für einen besseren Überblick ist es sinnvoll, sich vom Hausarzt einen Medikationsplan ausstellen zu lassen.“ Auf dem Plan sind Wirkstoffe, Einnahmeschema und Dosierung notiert, so dass Patienten leichter den Therapieplan befolgen können. Zudem kann ein solcher Plan dem Apotheker und anderen Ärzten vorgelegt werden, um weitere medikamentöse Therapien abzustimmen.

 

Weitere Informationen enthält die kostenlose Broschüre der Seniorenliga „Medikamente richtig einnehmen – Risiken von Neben- und Wechselwirkungen vermeiden“.

 

Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.medikamente-im-alter.de

Zweisamkeit im Alter ist nicht nur schöner, sie ist auch der Gesundheit höchst zuträglich. Oft fällt es schwer, doch es lohnt sich für Senioren, nach einem Partner zu suchen.                                       Foto: Pixabay