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Besonderes Fest

 

Viele Aktionen und Attraktionen zur 1111-Jahr-Feier 

 

Wie alt Holzkirchen nun wirklich genau ist, bleibt bis heute ungeklärt. Doch im Vorjahr hat Archivar Johann Widmann nach intensiven Archivrecherchen eine Urkunde von 906 entdeckt, in welcher der Ort erstmals erwähnt worden sein soll. Damals war König Ludwig IV., mit dem Beinamen „das Kind“, mitsamt seinem Tross von Regensburg nach Holzkirchen gezogen. Im Ort bestätigte er in einer Urkunde bei einem Treffen mit Geistlichen aus Freising dem Bistum das Recht auf einen Bischof. Zwar behauptet auch das gleichnamige Holzkirchen im Nördlinger Ries gemeint zu sein. Doch für Archivar Johann Widmann spricht viel dafür, dass Holzkirchen in Oberbayern der richtige Ort ist. Denn es war damals Königsgut, was für einen Aufenthalt des ostfränkischen Königs spricht.

 

Holzkirchen jedenfalls hat das Datum vor 1111 Jahren zum Anlass genommen, um ein ganz besonderes Fest zu feiern: Zur 1111-Jahr-Feier, von Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. Juli, herrscht in der Marktgemeinde buntes und abwechslungsreiches Treiben mit zahlreichen Aktionen der örtlichen Vereine und Einzelhandelsgeschäfte. Die Gruppe Isengewant veranschaulicht in einem Ritterlager das Leben zur Zeit des Mittelalters. Führungen und Vorträge bringen den Besuchern die Historie des Ortes nahe. Zahlreiche Musikgruppen treten auf. Und im Festzelt am Herdergarten schenken die Wirte das eigens zum Jubiläum gebraute 1111-Jahr-Bier aus.

 

Zur „1111-Meter-Feiermeile“ verwandelt sich die Innenstadt zwischen dem Bahnhof und dem Marktplatz beim Auftakt am Freitag, 14. Juli. Die Geschäfte und Gasthäuser sind genauso wie die ortsansässigen Vereine mit Aktionen beteiligt. Die Besucher können von 17 bis 24 Uhr in stimmungsvoller Atmosphäre flanieren. Zum Familientag am Samstag, 15. Juli (11 bis 24 Uhr) können die Kleinen das Treiben hoch zu Kamel beobachten. Zauberer Amon entführt in andere Welten und im Ritterlager wird die Welt des Mittelalters lebendig. Schulen, Vereine und Kindergärten unterhalten mit Showeinlagen. Auftakt für Sonntag, 16. Juli, ist der Kirchenzug vom Bahnhof bis zum Festzelt. Daran schließt sich ein ökumenischer Gottesdienst an. Historische Führungen, Vorträge sowie ein historischen Ausstellungszelt lassen die Besucher in die Vergangenheit eintauchen.

„Identifikation mit
dem Ort fördern“

Bürgermeister Olaf von Löwis of Menar über das außergewöhnliche Jubiläumsfest des Marktes

Nur wenige Tage vor dem großen Jubiläum hätte Bürgermeister Olaf von Löwis of Menar, 62, gerne noch etwas mehr Zeit für die Vorbereitungen. Denn die durchaus etwas ungewöhnliche Idee, 1111 Jahre Holzkirchen zu feiern, entstand erst vor einem Jahr. Für die Planungen blieb wenig Zeit. Umso mehr freut sich der seit drei Jahren amtierende Holzkircher Bürgermeister auf das dreitägige Fest, von Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. Juli in der Marktgemeinde.

 

    Wie ist denn die Idee für „1111 Jahre Holzkirchen“ entstanden? Normalerweise feiern Kommunen doch runde Geburtstage und keine Schnapszahl-Jubiläen.

Olaf von Löwis of Menar: Vor einem Jahr ist unser Archivar zu mir gekommen. Er hat mir erzählt, dass er eine Urkunde von 906 entdeckt hat, in der Holzkirchen erstmals erwähnt wird. Das war neu für uns. Dann sind wir ins Reden gekommen und auf einmal kam uns der Gedanke, dass das dann 2017 genau 1111 Jahre her wäre. Sofort waren wir beide überzeugt, dass wir dies feiern sollten. Ich habe dem Gemeinderat eine Konzeption vorgelegt. Das Gremium hat zugestimmt, und wir haben mit den Vorbereitungen begonnen.

    Kam da nie der Vorwurf auf, sie wollten sich als Bürgermeister mit einer solchen Großveranstaltung nur selbst inszenieren?

Nein. Die Reaktionen waren eher positiv. Allerdings hat uns der Faschingsverein schon ein bisschen aufgezogen. Die haben gesagt, wir würden ihnen mit der Schnapszahl ihr Fest klauen. Am 11.11. jeden Jahres beginnt ja traditionell der Fasching. Die haben dann gesagt, dass sie am Faschingssonntag die einzig wahre 1111-Jahr-Feier von Holzkirchen organisieren. Ich sehe das mit Humor. Das war halt dann die Vorpremiere.

    Welche Bedeutung hat denn so ein Jubiläum für Holzkirchen?

Im Organisations-Team haben wir uns viele Gedanken gemacht. Ich glaube, dass wir damit das Geschichtsbewusstsein und die Identität mit der Marktgemeinde stärken können. Und das ist ganz wichtig. Wir sind inzwischen ein großer Schulstandort mit rund 3500 Schülern. Viele Leute ziehen nach Holzkirchen. Da ist es wichtig, die Identifikation mit dem Ort zu fördern. Und so ziehen wir auch unser Fest auf, wollen ganz bürgernah den Besuchern unsere Vergangenheit nahebringen, zum Beispiel mit historischen Führungen. Ich kann mich auch nur bedanken, dass so viele bei der Vorbereitung mitgemacht haben – von den Vereinen bis zu den Geschäftsleuten. Sonst hätten wir das nicht geschafft.

     Was macht für Sie denn den Reiz von Holzkirchen aus?

Unsere Lage ist der besondere Reiz. Uns zeichnet nicht nur die Nähe zu München mit Messe und Flughafen aus, sondern vor allem die zu den Bergen im Süden mit Tegernsee und Schliersee. Diese Zwischenlage mit den Tourismus- und Freizeitmöglichkeiten im Süden und dem Business im Norden macht Holzkirchen so attraktiv.

     Wir haben bisher nur über die Umgebung gesprochen und nicht über den Ort selbst. Was macht denn dessen besonderes Flair aus? Gibt es Lieblingsplätze?

Wir haben sehr viele schöne Ortsteile, Groß- und Kleinhartpenning und Föching. Eine wunderbare Landschaft. Ich bin gerne am Hackensee. Am Ufer kam man um den See herumgehen. Ich bin ja Förster und halte mich gerne in der Natur auf. Ein zweiter wichtiger Ort ist für „Kultur im Oberbräu. Das ist für mich ein unheimlich spannender Ort. Dort gibt es Theateraufführungen, Konzerte, Ausstellungen, das Kulturcafé. Das bereichert Holzkirchen außerordentlich.

     Sie haben den starken Zuzug nach Holzkirchen erwähnt. Mit Bosch und Hexal sind große Weltunternehmen ansässig. Wie sieht denn der Ort für Sie in der Zukunft aus? Gibt es Grenzen des Wachstums?

Wir wollen das Wachstum nicht forcieren. Ganz ohne wird es aber auch nicht gehen. Uns ist bewusst, wie wichtig eine intakte Landschaft und Natur sind. Im Moment haben wir das Problem, nicht genügend Wohnraum selbst für die einheimische Bevölkerung zu haben. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist entscheidend, gerade auch um die jungen Leute im Ort zu halten. In Maßen wollen wir auch Gewerbe ansiedeln. Wohnortnahe Arbeitsplätze sind auch aus Umweltschutzgründen sinnvoll. Wir sind aber nur für verträgliches Wachstum zu haben.

     Jetzt hätten wir das Festbier fast vergessen, das extra für das Jubiläum gebraut wurde.

Vor einigen Jahren hat die König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg das Oberbräu Holzkirchen übernommen. Im Ort wird aber immer noch gebraut. Ich hatte die Idee, ein Festbier zur Feier brauen zu lassen. Inhaber Prinz Luitpold war sofort davon angetan. Das 1111-Jahre-Jubiläumsbier orientiert sich an einem Märzen. Es ist goldgelb, süffig und malzig. Es wird in den Holzkircher Gaststätten und im Einzelhandel zu kaufen sein, solange der Vorrat reicht. Während der Jubiläumsfeier wird es aus Fässern ausgeschenkt. Das Bier hat auch mit der Identität und Tradition von Holzkirchen zu tun. Im Ort existierten früher viele Brauereien. Das Nahrungsmittel Bier ist auch ein Botschafter, um auf die Historie der Marktgemeinde hinzuweisen.

Foto: Markt Holzkirchen