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Begnadet und bleibend

 

Eine Ausstellung mit Mini-Skulpturen im Eurasburger Rathaus erinnert an den Künstler Hans Kastler

Skulpturen vor dem ehemaligen Wohnhaus des Bildhauers.
Foto: Manfred Neubauer

In der Region hat der Bildhauer Hans Kastler zahlreiche Skulpturen hinterlassen. Der vor einem Jahr verstorbene Künstler hat für Wolfratshausen einen Wolf geschaffen. In Geretsried steht ein Gorilla. Nahe seines früheren Wohn- und Atelierhauses in Happerg existiert ein Skulpturenpark. In Eurasburg erinnert die abstrakte Figur „Stabile“ an sein Schaffen. Exakt am 7. Oktober vor einem Jahr ist der gebürtige Oberösterreicher in Berg bei Eurasburg beerdigt worden. Daher hat seine Tochter Petra Welker für ihn eine Jahresgedenkfeier und eine Ausstellung organisiert. Ein Neffe des im Alter von 85 Jahren verstorbenen Künstlers hat dessen Lebenserinnerungen in Buchform veröffentlicht.

 

Schon seit Samstag, 7. Oktober ist im Rathaus von Eurasburg eine Ausstellung mit 25 Mini-Plastiken von Hans Kastler zu sehen. Petra Welker ist es wichtig, dass Leben und Werk ihres Vaters nicht vergessen werden.

 

„Er war ein begnadeter Künstler. Ich fände es schade, wenn sich an seinen Namen und seine Kunstwerke niemand mehr erinnern würde“, sagt sie. Inzwischen hat sie das Wohn- und Atelierhaus von Hans Kastler in Happerg direkt neben dem Skulpturenpark verkauft.

Daraus stammen die kleinen, nur bis zu 20 Zentimeter hohen Plastiken, die derzeit im Eurasburger Rathaus zu sehen sind. Dazu zählt der für dessen Schaffen charakteristische Gorilla. Aus Bronze sind die meisten der weiteren Ausstellungsstücke. Einige bestehen aus Stahl, eines aus Holz. Das Buch mit den Lebenserinnerungen von Hans Kastler soll während der Dauer der Schau im Eurasburger Rathaus zu kaufen sein.

 Der Erhalt des Skulpturenparks auf einer Wiese in Happerg ist langfristig gesichert – Die Kommune Eurasburg hat das Grundstück gekauft. In einem Vertrag hat sie zugesichert, sich um dessen Existenz 100 Jahre lang zu kümmern.

In Oberösterreich ist Hans Kastler am 2. Juli 1931 als Sohn eines Schmieds geboren worden. Mit zwölf Jahren schnitzte er schon die ersten Schafe aus Holzstückchen. Im Alter von 15 Jahren besuchte er die Steinmetz-Fachschule von Hallein im Salzburger Land. Unter anderem lernte er dort unter dem Künstler Fritz Behn. Als freischaffender Künstler machte sich Kastler mit 24 Jahren selbstständig.

Fast ein halbes Jahrhundert lebte und arbeitete er in Eurasburg. Mit einer Monumentalplastik aus Beton in Form einer Schlange hatte der Bildhauer 1972 den künstlerischen Durchbruch geschafft. Sie maß 22 auf sechs Meter und stand an der Haupttribüne der Ruderregattastrecke der Olympischen Spiele in München. 1994 hat die Stadt Wolfratshausen Hans Kastler mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2004 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Schaffen verliehen. Weit über die Tölzer Landkreisgrenzen sind die Werke von Hans Kastler bekannt. In den städtischen Gärten der Landeshauptstadt München stehen einige Tierplastiken, die für seine Kunst charakteristisch waren. Das typische Merkmal daran ist, dass sie ihrer reduzierten Ausführung zum Trotz wie lebendig wirken. Die „Mobiles“ und die abstrakten „Stabiles“ prägten das Werk des Bildhauers ebenso.

Im Sitzungssaal des Eurasburger Rathauses sind die Skulpturen von Hans Kastler noch bis Freitag, 27. Oktober, zu sehen (Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr, Donnerstag zwischen 8 und 18 Uhr; Beuerberger Straße 10). Das Tölzer Landratsamt zeigt die Schau von 9. bis 30. November.

Spannender Ausblick

 

Im kommenden Jahr wird die Ausstellungsreihe „Klausur“ im Beuerberger Kloster fortgesetzt – aus gutem Grund widmet sie sich dem Schwerpunkt „Spiel“

Erst Anfang Oktober ist die zweite Ausstellung im früheren Salesianerinnen-Kloster in Beuerberg zu Ende gegangen. Die Schau „Klausur – Vom Leben im Kloster“ soll aber in die dritte Saison gehen. Im Sommer 2018 soll das Thema „Spiel“ im Zentrum stehen. Bis vor wenigen Jahren hatten noch Ordensschwestern das Beuerberger Kloster bewohnt. Die Erzdiözese München und Freising hatte die öffentlich nicht zugängliche Anlage vor drei Jahren erworben. Ziel ist es, das Kloster für Besucher zu öffnen und langfristig weiterzuentwickeln.

In der Ausstellung konnten die Gäste dem Tages- und Lebenszyklus der Salesianerinnen nachspüren. Der Rundgang führte sie von der Klosterpforte über den Kreuzgang, die Apotheke, die Sakristei, den Schwesternchor, das Refektorium, den früheren Kapitelsaal, die Wirtschaftsräume bis zum Totengang und Friedhof. 2017 stand die Schau im Beuerberger Kloster im Zeichen des 350-jährigen Gründungsjubiläums des Münchner Salesianerinnenklosters. Für die Ordensgeschichte prägende Frauen standen im Mittelpunkt.

Das Leben und Arbeiten der Nonnen kann laut Christoph Kürzeder Ausgangspunkt für eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Thema Spiel sein. Eine Idee ist es beispielsweise, sich mit der Frage zu beschäftigen, warum sich Menschen in den Spielwelten im Internet verlieren können. „Unser Ziel ist es vom Mikrokosmos Kloster auf den Makrokosmos zu reflektieren“, erklärt Christoph Kürzeder.

Ursprünglich haben die Augustiner-Chorherren das Beuerberger Kloster hoch über der Loisach im 12. Jahrhundert gegründet. Zuletzt waren die „Schwestern von der Heimsuchung Mariä“, besser bekannt als Salesianerinnen, 170 Jahre lang im Kloster ansässig. Dort hatten sie unter anderem eine Mädchenschule und ein Müttergenesungsheim eingerichtet. Im Mai 2014 waren die verbliebenen Ordensschwestern mit einem Gottesdienst von der Anlage verabschiedet worden. Sie zogen in Pflegeheime.

Inzwischen hat die Erzdiözese München und Freising mit dem Spiritualhaus einen Teil der Beuerberger Klosteranlage saniert. In dem Trakt werden die Verwaltungen der Sankt-Antonius-, der Sankt-Korbinian- und der Bischof-Arbeo-Stiftung einziehen. Zudem soll der Schulbeauftragte für die Dekanate Wolfratshausen, Bad Tölz, Rottenbuch und Werdenfels sein Büro in den Räumlichkeiten des Spiritualhauses haben.

Fotos: Manfred Neubauer
Fotos: Manfred Neubauer
Ein neuer Schwerpunkt ist für die dritte Auflage der Schau geplant. Wie der maßgebliche Initiator und Organisator der Beuerberger Ausstellung sowie Leiter des Freisinger Diözesanmuseums, Christoph Kürzeder, sagt, wird das Grundkonzept beibehalten. Es wird ein umfangreiches Kultur- und Begleitprogramm geben. Die Gastronomie wird ebenfalls wieder öffnen. Die Ausstellung soll über den Winter neu gestaltet und voraussichtlich am Pfingstsamstag kommenden Jahres wieder aufgenommen werden. „Wir wollen den Homo ludens, den spielenden Menschen, zentral behandeln“, erklärt Christoph Kürzeder. Denn Rollenspiele oder sogenannte Los-Orakel waren im Leben der Salesianerinnen von entscheidender Bedeutung. Im Fasching hatten sich die Hierarchien der Ordensschwestern umgekehrt. Mit Hilfe der Los-Orakel bestimmten sie, neben wem sie im Speisesaal sitzen oder in welche Zelle sie im kommenden Jahr umziehen sollten.

Unbürokratisch, schnell, nachhaltig helfen

 

Den TUN-Verein gibt es schon seit 15 Jahren – das traditionelle Benefizkonzert am 21. Oktober steht diesmal unter dem Motto „Big-Band-Zauber“

Dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ folgt der TUN-Verein seit der Gründung 2002. Zum 15-jährigen Bestehen haben die Mitglieder eine wichtige Marke geknackt. Durch privaten Spenden und die Veranstaltungen wie das Benefizkonzert jeden Herbst haben sie mehr als 100.000 Euro eingenommen. Mit dem Geld hat der TUN-Verein Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit im Tölzer Landkreis unterstützt.

Das traditionelle Benefizkonzert im Beuerberger Pfarrheim findet heuer am Samstag, 21. Oktober, statt (Einlass: 19.30 Uhr; Beginn: 20 Uhr). Auf die Besucher wartet ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Big-Band Zauber“. Die Linde Sound Machine und der Zauberkünstler Andreas Maier treten auf. Zudem ist ein Überraschungsgast angekündigt.

Der Name Linde Sound Machine kommt nicht von ungefähr. Sie ist die Big Band der Linde AG aus Pullach. Unter der musikalischen Leitung von Holger Bischof spielt sie ein breites Repertoire von Swingstandards, Latin, Rock bis Funk. Der Magier und Zauberkünstler Andreas Maier kann Geldscheine verschwinden lassen, Seile auf wundersame Weise wieder zusammenfügen und angeblich auch die Entscheidungen von Menschen beeinflussen. Alles begann mit einem Zauberkasten im Alter von zwölf Jahren.

Der Eintritt für das Konzert kostet 18 Euro. In den Filialen der Raiffeisenbanken in Beuerberg, Eurasburg, Königsdorf und in der Wolfratshauser Altstadt sind Karten im Vorverkauf erhältlich.

Plätze können auch über die Homepage unter www.tun-ev.com unter dem Stichwort „Reservierung“ vorgemerkt werden.

Foto: Stocksnap